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Innovation Challenge: Verteidigungsbereitschaft und Friedenssicherung neu denken

Die in ihrem Sinne sehr erfolgreiche Kommandoaktion der USA in Venezuela mit den sofort folgenden Großmachtsfantasien (Kolumbien, Mexiko, Kuba, Grönland, …) haben einmal mehr gezeigt: Wir leben (leider wieder) in einer Zeit, die im Hinblick auf äußere Sicherheit einigermaßen unsicher ist und noch viel unsicherer zu werden droht. Gewissenlose Egomanen mit Größenwahn an den Schaltstellen der mächtigsten Regierungen dieser Welt sorgen für ein politisches Klima, das sich wesentlich schneller erhitzt als das Weltklima, uns sogar zum Kochen bringen kann. Das Recht des Stärkeren, Gewissenloseren ist als Völkerrecht untauglich. Wir haben das in Deutschland schmerzhaft gelernt.

 

Als Innovationsmensch folgt unvermeidlich die Frage: Wo können neue Ideen helfen? Denn alleine die Rezepte von vorgestern, „Waffen Kaufen“ reichen auf keinen Fall. Wir brauchen dringend mehr kreativen Diskurs zur Frage, wie wir uns auf die potenziell sehr unerfreulichen Entwicklungen vorbereiten können.

 

Ich möchte gerne beitragen. Aus meiner Sicht müssten innovative Konzeptideen sich insbesondere auf die folgenden drei Prämissen stützen:

  • Verteidigungsbereitschaft beginnt mit Glaubwürdigkeit: Wir müssen nicht nur im Hinblick auf Ressourcen und Kompetenzen glaubwürdig sein, sondern auch im Hinblick auf unseren Mut, unsere Entschlossenheit und unsere Leistungsfähigkeit quer durch die Bevölkerung. Gleichzeitig müssen wir unsere moralische Glaubwürdigkeit bewahren und so in großen Teilen der Welt wahrgenommen werden.
  • Abschreckung beginnt mit Unberechenbarkeit: Wenn schon Abschreckung nötig ist, dann nicht nur über die Anzahl der Waffen. Potenzielle Feinde müssen uns alles zutrauen und die Ungewissheit über unsere möglichen Aktionen und Reaktionen fürchten. Wir müssen zu jeder Herausforderung kreative Lösungen entwickeln können und die Fähigkeit und Bereitschaft haben, diese schnell und konsequent in die Realität umzusetzen. Hier sind Flexibilität und Verantwortungsübernahme gefragt: Bürokratie schreckt nur die eigene Bevölkerung ab.
  • Frieden beginnt mit Völkerverständigung: Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, dass der proaktive Erhalt von Frieden die beste aller Maßnahmen bleibt. Die Kürzung des Etats zur Entwicklungszusammenarbeit, um dafür den Wehretat zu erhöhen, scheint daher mehr als fragwürdig. Gerade die Jugend der Welt muss länderübergreifende Begegnungen in möglichst großer Breite als intensive freudvolle Momente auf Augenhöhe wahrnehmen. Und Freunde bringt man nicht um!

 

Ein erster Lösungsansatz könnten Innovation Challenges in unterschiedlichen Formaten sein, mit Themen wie:

 

Zur Verteidigungsfähigkeit:

  • Kommandoeinsätze, mit denen niemand rechnen kann
  • Einsatzkonzepte für maximalen Schaden an militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen und Symbolik und minimalem Schaden bei Menschen

Zur Friedenssicherung:

  • Active Gaming Events über Internet, die möglichst die gesamte Breite der Jugend der Welt erreichen und motivieren
  • Eine globale Plattform für politisches Kabarett als subversive Reflexions-, Vermittlungs- und Verarbeitungsinstanz

 

Warum auch der letzte Punkt wichtig ist, illustriert Jon Stewart mit seinem großartigen Video zur Kommandoaktion der Amerikaner,. Besonders der folgende Satz kurz vor Schluss erhält für mich die Hoffnung auf die Zukunft transatlantischer Beziehungen:

 

„The real Gulf of America is the gap between the high aspirations that embody the foundation of this country and the thuggish gangsterism that this crew thinks makes us great again.”