Innovationsmanufaktur

Zwei Initiativen und Einladung zur Mitwirkung

NEWS

Our projects & news

Our projects & news

Wie kann Sport gesellschaftliche Relevanz?

Zwei Initiativen und eine Einladung zur Mitwirkung

Spitzensport kostet Steuergeld. Spitzensport belastet die Umwelt. Also: Brauchen wir das – oder kann das weg? Ja, es gibt Argumente für den Spitzensport: Er ist ein gutes Geschäft für Medien und Hersteller, ein wichtiges Unterhaltungsmoment für die Bevölkerung und ein wichtiger Teil der Identifikation mit dem eigenen Land. Und Spitzensport ist relevant als Vorbild für Sport – und dieser wiederum für eine gesunde und leistungsfähige Bevölkerung. Doch taugt der aktuelle Spitzensport für diese Vorbildrolle? Oder schreckt er eher ab?

Als Innovation Hub Spitzensport möchten wir diese Diskussion konstruktiv auflösen helfen. Denn qua unserer Verortung sind wir natürlich überzeugt, dass der Spitzensport das Potenzial hat, gesellschaftlich extrem relevant zu sein. Die Herausforderung ist nun, wie wir diese Relevanz möglichst überzeugend und effizient zur Wirkung bringen. 

Wir haben hierzu zwei Wirkbereiche identifiziert, die aktuell von herausragender Bedeutung sind und wo der Spitzensport tatsächlich direkt beitragen kann: Die zunehmende körperliche Inaktivität mit samt seiner vielen problematischen Folgeerscheinungen und die zunehmenden Kriege und bewaffneten Konflikte.

Zur effektiven Adressierung der Inaktivität muss der Spitzensport über seinen Schatten springen: Denn es geht nicht darum, prinzipiell bewegungsmotivierte Menschen für die eigene Sportart zu begeistern, sondern sich auf die Bewegungsinteressen der eher inaktiven Menschen einzulassen. Auch die findet man im Sport, nämlich als Fans: Fußball und Biathlon sind typische Beispiele. Und hier startet unser Experiment; eben mit dem Deutschen Skiverband und Biathlon: Schaffen es die Idole des Biathlons, die einzigartige Bindung zu ihren Fans zu nutzen, um diese auch selbst zu körperlicher Aktivität zu motivieren? Das wäre ja dann etwas, das nur der Spitzensport so kann…Was die Bewegungsinteressen der Fans sein können, haben wir in Befragungen rund um die Deutsche Meisterschaft im Sommerbiathlon bereits erhoben.

Und wie stiftet Spitzensport Frieden? Auch hier kann er eine einzigartige Rolle spielen – der Sport selbst und seine Idole als Anker für Werte und Wahrheit, die selbst in totalitäre Regime hinein wirken können. Auf der ASPC (Association for Sports Performance Centers) Konferenz in Paris im Oktober konnten wir, im Zusammenwirken mit der Organisation Sport and Peace, einige der Spitzensportzentren dafür gewinnen, am 6. April, dem International Day of Sports for Development and Peace, an verschiedenen Zentren von uns so genannte „Peace Games“ durchzuführen: Ein Sportspektakel, dessen Konstruktionsprinzip der Beitrag zu Völkerverständigung und Friedenssicherung ist. Wie toll, dass die Welt mitmacht bei dieser Initiative aus Deutschland.

Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. So eröffnete der Abteilungsleiter Sport im Bundesinnenministerium, Steffen Rülke, kürzlich einen Post, in dem er die verschiedenen Ansätze des BMI vorstellt. Wir sind froh, als Innovation Hub Spitzensport ebenfalls Impulse und innovative Wirkung liefern zu können. Und bei dieser Gelegenheit auch dankbar, dass das Innenministerium überhaupt so eine weltweit einmalige Einrichtung wie den Innovation Hub Spitzensport fördert – der uns die Möglichkeit gibt, neue Themen der vielen Verbände zu adressieren; aber auch, neue Initiativen rund um Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Relevanz zu entwickeln und mit begeisterten Stakeholdern auf den Weg zu bringen.

Schließlich: Wie kann eine Mitwirkung in den beiden Initiativen aussehen? Bei „Spitzen Sport macht fitte Fans“ wünschen wir uns möglichst viele Idole aus möglichst unterschiedlichen Sportarten, die bereit sind, sich auf die Bewegungsinteressen der aktuell noch bewegungsfaulen Fans einzulassen und in diesem Sinne bewegungsmotivierende Aktionen mit zu gestalten. Und für die Peace Games wünschen wir uns noch Spitzensportzentren, die ebenfalls am 6. April einen im Sinne der Friedensstiftung konzipierten und dennoch spektakulären Event veranstalten. Anregungen und Beispiele hierfür teilen wir gerne.